Åbningstale fra Sibylle Osten-Vaa, leder af kulturafdelingen hos den Tyske Ambassade i København, i anledning af de tyske udlandsskolers regionalmøde i København den 09.-12.11.2017

WDA Tagung forstør billede (© Sankt Petri Schule)

Es gilt das gesprochene Wort.

Sehr geehrter Herr Ernst,

sehr geehrte Vorstandsmitglieder des Weltverbands deutscher Auslandsschulen,

sehr geehrte entsandte Vertreter der deutschen Auslandsschulen,

Ich freue mich sehr, Sie heute Abend hier im Namen der deutschen Botschaft zu der erstmalig in Kopenhagen stattfindenden Regionaltagung des Weltverbands Deutscher Auslandsschulen  willkommen heißen zu dürfen.  Ich soll Ihnen herzliche Grüße von Botschafter Andreas Meitzner übermitteln, der heute Abend leider verhindert ist, aber sich umso mehr freut, Sie alle morgen Abend in seiner Residenz  begrüßen zu können.

Bei dem Blick auf Ihr Tagungsprogramm ist mir eine Ihrer inhaltlichen  Fragestellungen unmittelbar ins Auge gesprungen: Welche Impulse können aus dem Erfolg der skandinavischen Bildungssysteme für die deutschen Auslandsschulen abgeleitet werden?

Diese Fragestellung hat mich an die Ergebnisse der letzten Pisa-Studie aus dem Jahre 2016 erinnert. Eines der zentralen Ergebnisse der Studie – so umstritten sie in ihrer Vergleichbarkeit zugegebenermaßen auch sein mag – lautete, dass Dänemark neben Estland, Kanada und Hongkong ein sehr hohes Leistungsniveau bei einem gleichzeitig international überdurchschnittlich hohen Maß an schulischer Bildungsgerechtigkeit erreicht. Die skandinavischen Länder stehen – wie auch die Studie aus 2016 wiederum bestätigte - wie kaum andere dafür, dass sich gute Leistungen der Schülerinnen und Schüler sowie generelle Bildungsgerechtigkeit nicht ausschließen, sondern miteinander vereinbaren lassen.

In dieser Tradition des hohen schulischen Niveaus bei gleichzeitiger Bildungsgerechtigkeit steht auch die St. Petri-Schule in Kopenhagen. Sie wurde im Jahre 1575 gegründet und ist damit zugleich die älteste deutsche Auslandsschule. Bis heute halten die historisch begründeten, engen Beziehungen zum dänischen Königshaus an. Dass die Schule in einem Ranking des dänischen Unterrichtsministeriums im Jahr 2006 den ersten Platz unter mehr als 1700 dänischen Schulen belegte, beweist unter anderem, dass sie zu Recht den Titel „Exzellente Deutsche Auslandsschule“ trägt. Sie hilft uns als deutscher Botschaft in Kopenhagen in enger Kooperation erheblich dabei, die Attraktivität deutscher Kultur in Dänemark zu vermitteln und die deutsche Sprache aktiv zu bewerben. Dafür möchte ich an dieser Stelle herzlich danken.

Wichtig auch für Sie alle als Auslandsschulen ist sicherlich die Frage, die sich ganz grundsätzlich für das tradierte Bildungssystem stellt: wie bereitet man die Schüler im Zeitalter der digitalen Revolution vor auf ein lebenslanges Lernen, und dies vor dem Hintergrund der Tatsache,  dass die tradierte Schulbildung oftmals noch auf viele Berufs- und Lebensbilder vorbereitet, die eventuell bald nicht mehr existieren werden, wenn die Schüler die Schule verlassen haben. Wie können sich in diesem Zeitalter der digitalen Revolution die Schulen vorbereiten auf die zu erwartende grundlegende Robotisierung mindestens der Hälfte aller Berufe bereits ab 2030, so wie es eine prognostische Studie der Oxford University voraussagt? Und wie weit ist unser heutiges Bildungssystem in der Lage, der informativen Überforderung des Menschen durch die digitalen Systeme entgegenzuwirken durch frühzeitiges Erlernen von Urteilskraft und Selektionskriterien, mit denen man diese Informationsflut zu beherrschen lernt?

Dies alles sind sicherlich nicht Fragen, die sich in in den nächsten zwei Tagen beantworten lassen werden, aber die wohl Auslandsschulen und „normale Schulen“ weltweit gleichermaßen in den nächsten Jahren beschäftigen werden.

Aber bevor ich zum Ende komme, möchte ich Ihnen allen ganz herzlich danken. Die deutschen Auslandsschulen sind Orte der Begegnung und des interkulturellen Dialogs und damit elementarer Teil auswärtiger Kultur- und Bildungspolitik. In Zeiten wiedererstarkender nationalistischer Tendenzen ist es umso wichtiger, Weltoffenheit, Völkerverständigung und Menschlichkeit aktiv zu leben. Dazu leisten die Auslandsschulen, und die meisten davon sind ja Begegnungsschulen,  einen sehr entscheidenden Beitrag!

Ich wünsche Ihrer Tagung insgesamt einen guten Verlauf, Ihnen einen fruchtbaren Austausch unter Kollegen und hoffe, dass Sie trotz der umfangreichen inhaltlichen Arbeit auch die Chance nutzen, im Rahmen eines Stadtbummels oder einer Bootstour den unwiderstehlichen Charme Kopenhagens zu erleben.

Vielen Dank!

Åbningstale ved det tyske udlandsskolers regionalmøde i København

Kulturattaché Sibylle Osten-Vaa