En hilsen fra Lasse Peter Rodewald, leder af presseafdelingen, til præsentation af bogen "Skyggemand - Flugthjælper i den Kolde Krigs Berlin", 1. september 2017 i Gedser.

Præsentation af bogen "Skyggemand - Flugthjælper i den Kolde Krigs Berlin" forstør billede Von links nach Rechts: Presserefernt Lasse Peter Rodewald, Fluchthelfer Dietrich Rohrbeck, Autor Jesper Clemmensen, DDR-Flüchtling Professor Stephan Wüst (© Den Tyske Ambassade)

-Es gilt das gesprochene Wort-


Lieber Jesper, kære borgmester John Brædder, sehr geehrter Herr Rohrbeck, sehr geehrter Herr Professor Wüst, liebe Gäste,

vielen Dank, dass ich heute ein paar Sätze sagen darf.

Ich freue mich wirklich sehr für Dich, lieber Jesper. Ich weiß, wie akribisch du seit vielen Jahren mit diesem Thema arbeitest. Mit Deinem Buch „Flugtrute: Østersøen” hast Du die DDR-Flüchtlinge über die Ostsee in Dänemark und auch in Deutschland ins Bewusstsein gebracht (dt. "Die Entscheidung der Familie Sender", erschienen bei mikrotext )

Auf Grundlage des Buches entstand der bewegende Film „Die Flucht“, den wir vor drei Jahren gemeinsam in der Botschaft vor einem großen Publikum gezeigt haben. Ein Abend, an den ich noch immer gerne zurück denke. Nicht nur, weil es eine sehr gelungene Veranstaltung war, sondern auch, weil Du mir bereits damals, im Oktober 2014, von einem Treffen mit einem ganz besonderen Menschen erzählt hast, dessen Geschichte Du unbedingt zu Papier bringen wolltest.

Nun sind wir heute hier in Gedser versammelt und feiern die Veröffentlichung dieses Buches. Dazu gratuliere ich dir ganz herzlich.

Ich freue mich auch sehr für alle hier anwesenden Geflohenen und Fluchthelfer, dänische wie deutsche, dass Ihre Geschichten erzählt werden, und das Sie alle erfahren,wie groß das Interesse an Ihren bewegenden und spannenden Erlebnissen ist.

Und natürlich freue ich mich auch für uns, für die Deutsche Botschaft in Dänemark, dass dieser Teil der Vergangenheit erneut ins Bewusstsein gerückt wird. So machen die Geschichten in Jespers neuem Buch, aber auch die Erlebnisse der hier anwesenden Fluchthelfer z.B. vom Feuerschiff Gedser 1 deutlich, dass die Geschichte der deutsch-deutschen Teilung eben nicht nur eine deutsche Geschichte, sondern in Teilen auch europäische Geschichte ist. Sowohl hier in Dänemark, aber auch z.B. in den Staaten Mittel- und Osteuropas wurden Menschen immer wieder mit dem Schicksal geflohener DDR-Bürger konfrontiert.

Daher möchte ich mich heute auch gerne bedanken. Natürlich bei den hier anwesenden Fluchthelfern und Geflohenen. Vielen Dank, dass Sie Ihre Geschichten nach so vielen Jahrzehnten noch erzählt haben.  

Um das Interesse gerade der jungen Generationen an die Zeit der Teilung zu wahren sind hier, knapp 28 Jahre nach den Mauerfall, die persönlichen Erzählungen und Erinnerungen von großer Bedeutung. Der Wahnsinn der deutschen Teilung wird durch diese persönlichen und menschlichen Erzählungen nahbar und erfahrbar gemacht. Begriffe wie Mauer, Schießbefehl oder SED-Diktatur wirken dadurch weit weniger abstrakt für Menschen, die diese Zeit nicht erlebt haben.

Daher selbstverständlich auch ein großer Dank an Dich, Jesper, dass Du diese persönlichen Schicksale und Geschichten der Geflohenen und der dänischen und deutschen Fluchthelfer in Deinen Büchern so Meisterhaft aufarbeitest. Es ist wirklich ein Erlebnis, diese Bücher zu lesen.

Zum Schluss auch ein Dank an die Guldborgsund Kommune, die die Geschichte der Geflohenen und der Fluchthelfer als Teil der kommunalen Geschichte angenommen hat und regelmäßig an Einwohner und Gäste aktiv vermittelt. Vielen Dank.