Ansprache von Botschafter Michael Zenner anlässlich der Gedenkfeier am 18. April 2012 zum 148. Jahrestag der Düppeler Schlacht

148. Jahrestag der Düppeler Schlacht Bild vergrößern Gedenkfeier am 18. April 2012 zum 148. Jahrestag der Düppeler Schlacht (© Deutsche Botschaft Kopenhagen)

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

für die Einladung zur heutigen Gedenkveranstaltung anlässlich des 148. Jahrestages der Schlacht auf den Düppeler Schanzen möchte ich Ihnen allen und insbesondere Ihnen Herr Oberstleutnant Viggo Ravn danken.
Diese blutige Schlacht forderte auf beiden Seiten viele Opfer. Die Grabsteine erzählen uns vom Leid vieler, vor allem jüngerer Menschen, derer wir heute gedenken. Die Schlacht von Düppel am 18. April 1864 hat das Verhältnis zwischen Deutschland und Dänemark wie kein anderes Ereignis jahrzehntelang geprägt. Dieser Ort stand für die Entfremdung unserer beiden Länder. Die beiden Weltkriege des letzten Jahrhunderts und in erster Linie die deutschen Verbrechen im 2. Weltkrieg haben weitere dunkle Schatten auf unsere Beziehungen geworfen.
Umso mehr, meine Damen und Herren, können wir uns heute freuen und dankbar sein, dass 148 Jahre nach dieser Schlacht die Beziehungen zwischen Deutschland und Dänemark so eng und vertrauensvoll sind wie nie zuvor. Das gilt für das bilaterale deutsch-dänische Verhältnis, für unsere Zusammenarbeit in der EU, der NATO und den VN. Die deutsche Bundeskanzlerin und die dänische Ministerpräsidentin stehen in einem regen Gedankenaustausch, die Außen- und Ressortminister treffen sich bei vielen Gelegenheiten. Und von allergrößter Bedeutung ist das Verhältnis zwischen Deutschen und Dänen. Hier in Jütland, in Schleswig-Holstein und in allen Teilen Dänemarks und Deutschlands erfahren wir, dass anstelle von Misstrauen und Feindschaft Freundschaft und Vertrauen getreten sind. Um dies zu erreichen, waren große Anstrengungen notwendig. Wir mussten Vorurteile und Stereotypen abbauen. Wir haben die schwierigen Zeiten unserer Vergangenheit überwunden und können jetzt auf sehr erfolgreiche Jahrzehnte zurückblicken und in die Zukunft schauen. Dies war und ist keine Selbstverständlichkeit. Wir verdanken es in erster Linie den vielen Menschen, die sich für die engen Kontakte und das Zusammenleben unserer Gesellschaften einsetzen.
Wir dürfen jedoch - auch angesichts dieser sehr positiven Entwicklung - unsere Geschichte nicht aus den Augen verlieren. Sie mahnt und verpflichtet uns. Wir dürfen uns mit dem Erreichten nicht zufrieden geben. Wir dürfen in unseren Anstrengungen nicht nachlassen, unsere Zukunft gemeinsam zu gestalten. Zu unseren Herausforderungen für die Zukunft gehört vor allem gerade, die junge Generation auf das jeweils andere Land, seine Kultur und seine Sprache immer wieder neugierig zu machen.
Unsere Freundschaft und Zusammenarbeit stetig zu vertiefen und gemeinsam für Menschenrechte, Freiheit und Demokratie in der Welt einzutreten ist die Verpflichtung, die sich aus unserer Geschichte ergibt. Die Gefallenen und Opfer in dieser Schlacht mahnen uns, dieser Verantwortung der Zukunft gerecht zu werden.
Europa gründet auf den Prinzipien des Rechtsstaates, die für jedermann gelten. Europa baut auf Freiheit und Demokratie auf. Hier stehen wir alle in der Verantwortung. Diese Werte sind ein festes Fundament unserer gemeinsamen europäischen Lebensform. Richten wir unseren Blick also nach vorn in eine Welt, in der heute wir Deutschen und Dänen in Frieden und Freundschaft zusammenleben und unsere gemeinsame Zukunft in Europa gestalten.

148. Jahrestag der Düppeler Schlacht Bild vergrößern Gedenkfeier am 18. April 2012 zum 148. Jahrestag der Düppeler Schlacht (© Deutsche Botschaft Kopenhagen)
148. Jahrestag der Düppeler Schlacht Bild vergrößern Gedenkfeier am 18. April 2012 zum 148. Jahrestag der Düppeler Schlacht (© Deutsche Botschaft Kopenhagen)

Düppeler Schlacht

148. Jahrestag der Düppeler Schlacht